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Schlagwort: berlin

Berliner Bauprogramm der MUF: Intrigen wie in einer TV-Serie

Bei ihrem Bauprogramm für Flüchtlings-Unterkünfte schreckt die Berliner Stadtregierung vor nichts zurück. Rücksichtlos zog sie alle Register, um ihre Pläne durchzusetzen: Druck auf untere Behörden, Manöver, Intrigen, Lügen und Rechtsbeugungen. Das Gebaren erinnert eher an eine TV-Politserie wie “House of Cards”, als an Landesbehörden, die eigentlich beispielhaft sein sollten. Die Berliner Bezirke sind als Kulisse nicht so sexy wie Washington, oder Westminster, und die Ziele nicht so ehrgeizig. Es geht nicht um das höchste politische Amt im Land. Es geht um rund 50 Bauten mit 6.000 Wohnungen, die rund eine Milliarde Euro kosten und dessen Nutzen sich nicht auf Anhieb erschließt. Die genaue Untersuchung der Vorgänge rund um die Unterkunft für Flüchtlinge am Osteweg in Steglitz-Zehlendorf zeigt das fragwürdige Vorgehen der Stadt am Besten. Der Artikel erschien am 30.3.21 im FOCUS Online.

Beitragsbild: Gentleman? Nein, eiskalter Killer: Aus dem britischen Original der Serie House of Cards. Hier Francis Urquhart, gespielt vom genialen Ian Richardson, will und wird Premierminister werden. Das US-Remake ist weniger subtil, dafür effektiver – und viel länger. Die Berliner “Bösewichte” rangieren weit unter ihren TV-Pendants. Foto: BBC / Pandastorm

Informationspolitik Berlins zum MUF-Programm: So wenig wie möglich sagen

In einem weiteren Artikel für den Focus Online untersuche ich die Informationspolitik des Berliner Senats zu seinem Bauprogramm von Modularen Unterkünften für Flüchtlinge. Viele Fragen bleiben unbeantwortet: Wie viel das Programm insgesamt kostet, ob die angegebenen Baukosten auch stimmen, ob es eine gute Lösung für die Integration von Geflüchteten ist, ob die MUF auch wirklich gebraucht werden… Fragen, wo man nur hinguckt, besonders im Umgang mit Bezirken und Bewohnern, aber leider sehr wenig Antworten. Sehr langer Artikel, also bitte etwas Zeit mitbringen 😉

Hier der Artikel, wie er Anfang April 2021 im Focus Online erschienen ist.

Sie verdienten Millionen mit Berliner Immobilien – von Jersey aus

Passend zum Housing Action Day 2021 hier nochmal mein erster Artikel über den Immobilienmarkt, erschienen im Tagesspiegel. Damals, 2016, wollte ich wissen, wer der Berliner Büchertisch am Mehringdamm in Kreuzberg verdrängte. Das Antiquariat mit der Mission, Zugang zu Bücher nicht vom Einkommen abhängig machen zu lassen, traf auf einen Immobilien-Investor mit ganz anderen Interessen: Am Berliner Immobilienmarkt so viel wie möglich zu verdienen. Der Plan der Jersey-basierten Firma Taliesin ging auf. Ab 2006 kauften sie rund 60 Gebäude, für weniger als 1.000 Euro den Quadratmeter. 2018 verkauften sie das Paket an den Immobilien-Giganten Blackstone für rund 3.500 Euro den Quadratmeter. Hinter Taliesin standen drei britische Hedge-Fonds-Manager die jeden nur erdenklichen Trick der Steuervermeidung nutzten.